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Edition Banzini-Hefte

Im Fischernetz von Tina Alba

Edition Banzini-Hefte (Ausgabe 9)
Im Fischernetz von Tina Alba
ISBN: 978-3-942381-07-9

Din-A-5 Heft, ca. 52 Seiten, 3,95 Euro
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Inhalt:

Sayain lebt schon lange allein in einer alten Ruinenstadt am Meer. Fern von anderen Menschen hütet er dort sein Geheimnis: Er ist ein Gestaltwandler, der sich in einen mächtigen Raubfisch verwandeln kann. Als er den Sklaven Alvar befreit und bei sich versteckt, wird sein Leben auf den Kopf gestellt.

Leseprobe:

Das Boot war gekentert, die Ruder trieben davon, Arme und Beine bewegten sich hektisch im Wasser. Einer der Männer sank strampelnd, ein anderer versuchte, nach ihm zu greifen – der Kerl konnte nicht schwimmen! Sayain schoss zwischen ihnen hindurch, zerfetzte die lose, matte Berührung kraftloser Hände und stieß den Sinkenden in die Tiefe. Mochte das Meer ihn sich holen.
Er wirbelte herum, schnappte nach den strampelnden Gliedmaßen. Noch einer sank reglos, rotes Haar flutete wie eine Wolke von Blut im Wasser. Der Sklave!
Der Entschluss war innerhalb weniger Herzschläge gefasst. Mit den Zähnen packte Sayain die Kette, die von seinem Fußgelenk herab hing. Er zog, schwamm mit aller Kraft zurück zum Strand.
Nur entfernt nahm er wahr, dass die Männer auf dem Schiff ein weiteres Beiboot zu Wasser gelassen hatten um ihre ertrinkenden Gefährten zu retten. Vielleicht war es genug gewesen, genug Schrecken, genug Tod.
Sayain zerrte den reglosen Sklaven ein gutes Stück von dem gekenterten Boot und den mit dem Wasser ringenden Leibern fort, dann ließ er die Kette los, schwamm unter den reglosen Körper und schob ihn an die Wasseroberfläche.
Lebe! Ich habe dich nicht gerettet, damit du jetzt stirbst!
Im flachen Wasser glitt er von der Fischgestalt in die menschliche zurück. Sein Kopf dröhnte, als sein Körper die Form wechselte. Der Fisch hatte seine Instinkte, die im Kampfrausch über den Schmerz siegten, aber das, was menschlich an ihm war, hatte diese Instinkte nicht. Blut rann ihm aus Mund und Nase, als er den reglosen Körper des Sklaven mit letzter Kraft hinter einen Felsen zerrte. Sein letzter Blick galt dem Sklaven. Lebe. Atme. Ich will, dass du lebst.
Ein irritiertes »Warum?« geisterte durch seine Gedanken. Dann wurde es Nacht um ihn.

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