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Edition Banzini-Hefte

Amazone meines Herzens von Maren Frank

Edition Banzini-Hefte (Ausgabe 3)
Amazone meines Herzens von Maren Frank

Din-A-5 Heft, ca. 60 Seiten 3,95 Euro [Heft bestellen]
E-Book (PDF, Versand per Mail) 2,50 Euro [E-Book bestellen]


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Geliebte Verdächtige


Inhalt:

Das Bauernmädchen Kalliota rettet ihren kleinen Bruder aus den Flammen eines Hausbrandes und wird dabei im Gesicht verletzt. Ihre mutige Tat kann sie nicht davor bewahren, dass sie wegen ihrer Brandnarben in ihrem Dorf gesellschaftlich isoliert wird. Als Amazonen das Dorf besuchen, nutzt Kalliota die Gelegenheit und schließt sich den mutigen Reiterinnen an. In der jungen Nachwuchsamazone Lythea findet sie eine liebevolle Gefährtin und Fürsprecherin und es scheint, als würde sich ihr Leben zum Guten wenden. Als aber die Amazonen im Trojanischen Krieg mitkämpfen, werden die Fäden des Schicksals für Kalliota neu geknüpft ...

Leseprobe:

Kalliotas Verletzung heilte ohne Komplikationen und bald konnte sie ihren Arm wieder uneingeschränkt gebrauchen. Die Amazonen waren von den Männern zurückgekehrt und erzählten freizügig ihre Erlebnisse.
Kalliota hörte zu, lachte mit und manchmal fühlte sie das Blut in ihre Wangen steigen. Als sie eines Tages zufällig sah, wie Broka ihre Gefährtin Iskaya innig küsste, seufzte sie leise und sehnte sich nach genau dieser Nähe. Rasch ging sie weiter, ehe die beiden Frauen sie bemerken konnten. Es war unter den Amazonen normal, dass zwei Frauen sich zu einer Partnerschaft zusammen fanden. Aber sie anzustarren wurde nicht gern gesehen.
Kalliota durfte nun das Kurzschwert benutzen und zeigte sofort viel Talent dafür.
„Das kannst du wirklich gut“, sagte Lythea und lächelte sie offen an.
Kalliota spürte es in ihrem Magen flattern, als ob sie Bienen verschluckt hätte. Das ging ihr oft so, wenn Lythea sie anlächelte oder ihr etwas Nettes sagte. Und manchmal auch dann, wenn sie einfach nur in Lytheas Nähe war.
„He, nicht träumen. Das kann tödlich im Kampf sein“, rief Croza sie zur Ordnung. Die rothaarige Amazone war eine strenge Lehrmeisterin.
Kalliota packte ihr Kurzschwert fester und stellte sich in Position. Für die Übungseinheiten benutzten sie Holzschwerter, was die Verletzungsgefahr minderte. Mit dem richtigen Schwert durften sie noch keine Trainingskämpfe ausführen.
„Lythea, Kalliota, los. Ich will einen schönen, fairen Kampf sehen. Täuschen, angreifen, ausweichen. Zeigt, was ihr gelernt habt.“ Croza klatschte in die Hände.
Lythea nickte Kalliota zu und befeuchtete sich die Lippen. Eine Geste, die typisch für sie war, wenn sie vor einer Entscheidung stand.
Kalliota spannte jeden Muskeln an, in Erwartung des Angriffs. Lythea sprang auf sie zu, nicht mit dem Ziel, sie zu treffen, aber um sie aus dem Konzept zu bringen.
Leichtfüßig hechtete Kalliota zur Seite. Lythea griff erneut an, doch diesmal wich Kalliota nicht aus, sondern parierte den Schwertstreich. Sofort ging sie danach selbst zum Angriff über.
Lythea blockte den abwärts gerichteten Schlag. Ihr Gesicht war angespannt, die Lippen fest zusammen gepresst und in ihren Meeraugen stand der Siegeswille. Sie wirkte so stark und leidenschaftlich, dass Kalliota für einen Moment vergaß zu reagieren.
Schon flog ihr Schwert in hohem Bogen durch die Luft. Lythea baute sich breitbeinig vor ihr auf, das Schwert zum finalen Schlag gehoben.
Wenn sie jetzt aufgab, war der Kampf damit beendet, aber Kalliota wusste, dass Croza das nicht gern sah. Eine Amazone gab niemals auf und schon gar nicht ließ sie sich von Feindeshand gefangen nehmen.
Kalliota ließ Lythea nah an sich herankommen. Dann sprang sie vor und fiel ihr in den Arm.
Lythea reckte die Arme hoch, doch da sie etwa gleichgroß waren, nützte ihr das nicht viel.
Bei einem richtigen Kampf hätte Kalliota nicht gezögert, zu unfairen Mitteln zu greifen, aber hier ging es darum, Techniken zu erlernen. Sie versuchte Lythea in eine andere Position zu bekommen, um sie über ihre Schulter zu werfen.
Doch der Versuch misslang. Auch Lytheas Schwert landete auf der Erde und die Mädchen gingen übereinander purzelnd zu Boden.
Lythea kam auf Kalliota zu liegen und grinste sie an. „Ups, das war wohl nichts mit dem Schulterwurf.“
„Doch, du bist ja auf dem Boden. Bloß ich auch, das ist der Punkt, der falsch daran ist“, gab Kalliota zurück. Hitze überflutete sie. Lythea war ihr so nah, dass sie die feinen Härchen auf ihrer Oberlippe erkennen konnte. Ihr weicher Mund war ihr so nah. Kalliota verspürte ein kaum zu bändigendes Verlangen sie zu küssen.
Croza klatschte in die Hände. „Los auf, Mädchen, schmusen könnt ihr später noch genug, jetzt wird Kämpfen geübt.“

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